„Das Meer ist ja, hols der Deibel, immer schön!“
Er kannte die Ostseeküste von der „Pommerschen Riviera“ bis auf den Darß wie seine Westentasche. Fühlte sich im Element, wenn er am Strand im Kreise seiner Familie Borkenboote schnitzte, Masten und Segel aus angeschwemmten Hölzern bastelte und Anker aus Hühnergöttern fabrizierte: George Grosz, der Maler, Grafiker und politische Provokateur im Berlin der Weimarer Republik. Am Ahrenshooper Strand machte sich der Gastwirtssohn 1930 einen Spaß daraus, das Badepublikum mit seiner „Dada-Sandburg“, beflaggt mit Roter Fahne, zu schockieren. Nachzulesen in seinen unverwechselbaren Briefen, die er gern „mit tausend Meeresgrüßen“ unterschrieb und von denen Kristine von Soden eine bunte Auswahl präsentiert. Zudem erzählt sie, wie sehr die Natur der Ostseelandschaft den wegen seiner antimilitaristischen Haltung von der Justiz mehrfach verurteilten Künstler seelisch half, sich immer wieder aufzurichten, was er selbst in seinem typischen Stil auf die Formel brachte: „Das Meer ist ja, hols der Deibel, immer schön!“