Orestie

24. Oktober 2026 | 19:30 Uhr | Theater Stralsund Großes Haus | Stralsund
nach Aischylos in einer Neubearbeitung von Robert Icke Deutsch von Ulrike Syha

„Es gibt nicht die eine Geschichte – eine Wahrheitslinie, die vom Anfang bis zum Ende reicht.“ Drei Morde, ein Fluch – und die Frage, was Gerechtigkeit heute bedeutet: Mit „Orestie“ in der Fassung von Robert Icke bringt das Theater Vorpommern einen antiken Stoff auf die Bühne, der beklemmend gegenwärtig wirkt. Im Zentrum steht weniger das äußere Geschehen als die psychologische Verdichtung eines zerstörerischen Beziehungsgeflechts, insbesondere zwischen Mutter und Sohn. Der Ausgangspunkt wirkt beinahe vertraut:
Die Familie um den Kriegsherren Agamemnon und seine Frau Klytämnestra teilt einen Moment scheinbarer Normalität – doch unter der Oberfläche brodelt bereits ein unausweichlicher Konflikt zwischen politischer Verantwortung, militärischem Kalkül und persönlicher Bindung. Agamemnons Entschluss, die eigene Tochter Iphigenie dem Staatsinteresse zu opfern, entfesselt eine Dynamik der Rache, welche die Ordnung der Familie irreversibel zerstören wird. Nachdem Agamemnon Jahre später als Kriegsheld nach Hause zurückkehrt, wird er von Klytämnestra blutig ermordet, die dadurch wiederum die Rache ihres Sohnes auf sich zieht.

Robert Icke überführt die über 2.500 Jahre alte Vorlage in eine Gegenwart, die geprägt ist von neuen Medien und öffentlicher Urteilskultur. Eingebettet in eine Gerichtsverhandlung stellt der Abend die grundlegenden Fragen unserer Zivilisation neu: Was unterscheidet
Rache von Recht? Wo beginnt Gesellschaft – und woran zerbricht sie? 

Ein politisch brisantes, fesselndes Familiendrama.

Veranstalter: Theater Vorpommern

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