Berliner Kriminaltheater: "Blutroter Waschgang"

08. August 2019 | 19:30 Uhr | Theater | Putbus
Kriminalstück von Heidi Ramlow
Berliner Kriminaltheater: "Blutroter Waschgang"

Es beginnt ganz harmlos: Zwei Menschen treffen sich nachts in einem Waschsalon. SIE will ihre Wäsche waschen. ER will einen Kaffee trinken. Sie kommen ins Gespräch. Eine zufällige Begegnung? Der Mann behauptet einen Mord gesehen zu haben. Es kommt zu überraschenden Wendungen. Eine spannungsreiche Nacht beginnt, die sich zum Drama mit absurden Elementen entwickelt. Unterbrochen werden die beiden von einer hippen Sängerin, die nachts im Waschsalon ihre Songs probiert und Max, einem jungen Mann, der immer agiert, wenn es gerade nicht passt. /

Heidi Ramlow folgte immer ihren Neigungen. Als Albert Schweitzer sie für sein Hospital in Lambarene/Afrika zu jung fand, besuchte sie mit 21 Jahren die Schauspielschule der Hamburger Kammerspiele. In dieser Zeit war sie fast jeden Abend im Deutschen Schauspielhaus Hamburg, der Stehplatz im Olymp kostete 65 Pfennig, im Parkett 2 D-Mark. Wenn kein Geld mehr da war, schlich sie sich zur Pause rein. Theater macht süchtig. Als die Bestuhlung nach Gründgens Intendanz erneuert wurde, kaufte sie sich drei Theatersessel. Sie stehen heute in ihrer Dachwohnung in Wilmersdorf. Gründgens hat sie in der Rolle des Mephistos über 30 Mal gesehen.

Als Regieassistentin schaute sie vielen über die Schulter: Richard Münch, Ida Ehre, Günther Fleckenstein. Und dann meldete sich das Fernsehen. Assistentin von Stanislav Barabas, Oskar Kokoschka, Falk Harnack, Ruprecht Essberger und auch von Dieter Wedel bei seinem ersten, großen Dreiteiler „Einmal im Leben“.

Mit Anfang 40 führte sie selbst Regie für das ZDF in München bei den Sendereihen „Verkehrsgericht“ und  „Ehen vor Gericht“, später kamen die Drehbücher dazu. Sie entwickelte die Sendereihe „Streit um Drei“, die sie schließlich nach Berlin führte, ihrer Wahlheimat. 30 Jahre begleitete sie Gerichtssendungen im Fernsehen, so lang wie keine andere Frau in Deutschland, von Papa Gnädig in „Das Fernsehgericht tagt“ beim NDR bis Guido Neumann in „Streit um Drei“ beim ZDF.

Als das ZDF seine Gerichtssendungen einstellte, fing Heidi Ramlow an, literarisch zu schreiben. Gleich mit ihrer ersten Geschichte „Gegen das Vergessen“ landete sie beim Freien Deutschen Autorenverband Hamburg auf dem 2. Platz. In Folge spezialisierte sie sich auf Kurzkrimis. Beim Crime Poetry Slam in Bremen ging sie mit „rap den hering“ als Siegerin der Vorrunde hervor. Es folgte eine Foto-Ausstellung in Berlin, Veröffentlichungen in Anthologien, Organisation von Lesungen und Krimi-Festivals. Zuletzt 2017 im Frauengefängnis Lichterfelde, wo sie Autorinnen in Einzel- und Doppelzellen steckte und Zuhörer nachmittags von Zelle zu Zelle gehen konnten, um sich Krimis anzuhören. Abends moderierte sie in der ehemaligen Gefängniskapelle den Crime Poetry Slam.

12 Jahre lang verlegte sie im eigenen Literatur-Verlag u.a. die Gedichte des TV-Lindenstraßen-Wirtes Kostas Papanastasiou oder das letzte Buch von Oswalt Kolle „So bleibt die Liebe jung“, jedoch keine eigenen Texte.

Heute ist Heidi Ramlow wieder beim Theater gelandet. Ihre Kriminalkomödie „Blutroter Waschgang“ soll nicht ihr einziges Stück bleiben. Das Drama „Verdämmerung“ ist gerade fertig geschrieben. In Arbeit ist „Drei Cappuccini, bitte“.

Sie wird nie stillstehen und immer neugierig bleiben: Auf das Leben, auf Menschen, auf Veränderung.

Heidi Ramlow ist Mitglied im Schriftstellerverband bei Ver.di (VS), Stellvertretende Vorsitzende des Literaturkollegiums Brandenburg (LKB), in der Gesellschaft Neue Literatur (GNL), im Syndikat und bei den Mörderischen Schwestern.

Veranstalter: Theater Vorpommern

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